Warum eigentlich? – Präsenzaufbau in Social Media (Teil 2)
- Mai 12, 2011 - by Alex Nowak, in Social Media, Social Media Marketing (SMM), with 2 comments -
Grosse Zahlen und das Zuhören
Jetzt mal ehrlich: Facebook hat derzeit laut Google Ad Planner 6,2 Millionen österreichische Unique Visitors im Monat. Was sagt das aus? Nicht sehr viel. im letzten Monat haben 6,2 Millionen Menschen die URL www.facebook.com aufgerufen, wir wissen nicht einmal, ob sich die 6,2 Millionen überhaupt eingeloggt haben. Und es wäre äußerst blauäugig zu glauben, dass sich, wenn ich eine Seite auf Facebook eingerichtet habe, 6,2 Millionen Menschen für mein Unternehmen / mein Produkt interessieren. Die interessieren sich per se überhaupt nicht dafür. Die wollen nicht mal Kontakt zu mir, von einem Dialog ganz zu schweigen.
Wenn also ein Kollege zu Ihnen kommt und sagt, sie müssen sofort in Dialog mit Ihren Kunden treten, verkneifen Sie sich das Lachen. Ausser es wird schon heftig über Sie geredet, dann ist es tatsächlich Zeit, sich um Ihre Kunden zu kümmern. Das Volk ist nämlich so widerspenstig und redet, was es will.
Nur haben die meisten Unternehmen eher das Problem, das über sie gar nicht gesprochen wird. Kein Sterbenswörtchen und in dem Fall kann ich auch lange zuhören – ich werde wenig Relevantes herausfinden. Das Monitoring ist wichtig, aber das bedeutet nicht automatisch, dass über mein Unternehmen ständig gesprochen wird.
Vertrauen Sie deshalb den großen Zahlen nicht und nehmen Sie Social Media als Herausforderung an, ins Gespräch zu kommen und ein “Mehr” an Reichweite, ein “Mehr” an Kundennähe und ein “Mehr” an Authentizität aufzubauen. Noch etwas: über kurz oder lang wird das gesamte Web “sozial” werden. Wenn Sie jetzt starten, haben Sie einen gewaltigen Vorteil.
Was wollen Sie erreichen?
Social Media ist keine Strategie. Das Engagement eines Unternehmens in Social Media muss immer bestehenden Unternehmenszielen folgen. Mirko Lange spricht in diesem Zusammenhang von drei Wertschöpfungsbereichen und drei Kernfragen, die mit diesen Wertshöpfungsbereichen in Zusammenhang stehen:
- Stakeholder – Wie können Sie zu den Stakeholdern Ihres Unternehmens mithilfe von Social Media Tools eine bessere Beziehung aufbauen und Vertrauen schaffen? (Social Media Relations)
- Marketing – Überlegen Sie, wieSie mit Social Media Ihre Marke stärken, neue Kunden gewinnen und bestehende Kunden binden können. (Social Media Marketing)
- Organisation - Zuguterletzt nehmen Sie Ihr Unternehmen unter die Lupe und finden Sie heraus, wie Sie Ihr Unternehmen und Ihre Produkte verbessern können. (Social Media Culture)
Aufgabengebiete & Zuständigkeiten
Die drei neuen Aufgabengebiete, die sich daraus ergeben, SoMe Relations, SoMe Marketing und SoMe Culture sind seitens der Zuständigkeiten sehr leicht den Abteilungen Public Relations, Marketing und Human Ressources und Services zurechenbar, die sich über ein wenig Mithilfe sicher freuen (sonst stimmt etwas in Ihrer Unternehmenskultur nicht). Aber wer soll denen helfen?
Social Media Manager
Hier kommt der Social Media Manager ins Spiel, der die Social Media Aktivitäten nicht nur koordiniert und den Abteilungen hilft die richtigen Werkzeuge und geeigneten Wege zur Erreichung Ihrer Ziele zu finden, sondern auch zentrales Steuerorgan des Reputations- und Resonanzmanagement ist. Es ist ebenfalls seine Aufgabe alle Zielsetzungen und Aufgaben von der Öffentlichkeitsarbeit, über die Markenführung bis hin zum Recruiting mit entsprechenden Kennzahlen zu versehen, welche die Ergebnisse sichtbar und überprüfbar machen.
Zusammenfassung
Mit einem Auftritt und dem Engagement in Social Media soll nicht nur eine lustige neue Stelle geschaffen werden, die vielleicht ein wenig das Marketing unterstützt. Auch ist Social Media kein Wundermittel gegen schlechte Unternehmenskultur oder miese Produkte. Ein Social Media Engagement muss immer bestehenden Unternehmenszielen folgen und Unternehmensbereiche in ihrer Aufgabenerfüllung und Zielerreichung unterstützen. Der Social Media Manager unterstützt die Abteilungen strategisch und organisatorisch und ist Zentralorgan des Reputations- und Resonanzmarketings.
Ausblick
Wer Teil 1 dieser Serie noch nicht gelesen hat, kann hier gerne mehr über das grundlegende strategische Ablaufmodell aller Social Media Strategien lesen.
In Teil 3 wenden wir uns der SMARTen Zielsetzung auseinander und was wir von der Sesamstrasse gelernt haben.



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- Comments -
hallo alex!
auch der zweite teil kann sich sehen lassen. respekt. spannung auf teil drei.
umsetzungsbericht folg dann mal.
schöne grafiken in den beiden teilen – wäre aber auch schlimm, wenn das anders wäre…
weiter so…
grüße!
#bunnycrew
Peter
[...] Ablaufmodell für die Erstellung einer Social Media Präsenz. In Teil 2 haben wir uns gefragt, warum wir überhaupt in Social Media aktiv sein wollen und heute widmen wir uns der stretegischen Zieldefinierung für den Social Media Aufbau. Ohne Ziele [...]